Mufa

Was für ein wunderschöner Eingang. Und was für verrückte und schöne Dinge sind doch hinter diesem wunderschönen Eingang passiert.. Musikfabrik am Rabenhügel in Erfurt. Wenn man so will, ist es hier wie für einen Nichtschwimmer. Man kommt ohne Badehose und stößt sich am Beckenboden seinen allerwertesten. Freizeiteinrichtung für Jugendliche. Mit 16 Jahren war es die erste Erfahrung mit der ersten Band. Ich weiss nicht mehr genau ob die Stunde besinnliches Musizieren 5,-DM oder 5,-€ gekostet hat, auf jeden Fall waren wir immer 3 Stunden vor Ort und gaben vollgas. Wirklich vollgas! Ich und mein damals bester Freund (ich nenne ihn jetzt mal Kumpel A) waren 2 aufstrebsame Gitarristen, die noch einen Schlagzeuger und Bassisten suchten. Das stellte sich später schwieriger dar, als gedacht. Schlagzeuger gab es echt jede Menge in der Mufa. Nur spielen konnten sie alle nicht. Dafür waren sie aber verdammt schnell. “Master Of Puppets“ von “Metallica“ war unser Testsong (dieser Song ist zwar nicht so schnell, aber wir haben ihn schneller gespielt). Wahnsinn!

DiE ''HATE'' BAND (2000)

“Hate“ hieß unser erster Song. “Hate“ hieß unser erstes Album. Dabei waren wir so liebe Kerle. Es musste also glatt was mit Hate sein. Ideen für Bandnamen gab es somit jede Menge. “The Hatemachine, Absolut Hate, Hate For Everything, We Are More Then Hate, Call us The Hate“ usw. Das Prinzip ist denke ich ganz klar erkannt wurden. Wir waren ziemliche lustige Zeitgenossen, die mit jeder Menge liebe im herzen den Musikmarkt erobern wollten. Uns ging es gut, wir waren jung. Die Haare wuchsen langsam, dass erste Bier, die erste Zehnagelmaschine, der erste Unfall mit Sangria. Wir griffen zur Blechdose mit dem befreienden Inhalt um unsere Kreativität zu fördern (bitte Alkohol erst ab 18 konsumieren! Danke!). Leider blieb die Suche nach einem Schlagzeuger und Bassisten erfolglos (wer weiss wo wir heute wären??? – vermutlich genau da, wo wir jetzt sind). So trafen wir uns jede Woche und spielten unseren Erfolgshit “Hate“ bis er uns zu den Ohren raus hing. “Die Hete Band“ stellte den Konkurs nach einigen Monaten ein und wir nannten das Projekt “das hate-ige jammern“. Gott sei dank ist das vorbei.

DiE PATiENTEN (2003)

Jetzt denkst du vielleicht, Moment mal.. der Name klingt, als wäre er das Gegenteil von die Ärzte. Genau! Das war der Plan. Die Band gab es schon. An einem düsteren Sommerabend riefen mich meine Eltern an. Es würden 2 schaurige Gestalten vor ihrer Tür stehen und nach mir fragen. Zuerst hieß es.. „Junge, du dealst doch nicht mit Drogen?“ Natürlich nicht. Dann haben sie mich gebeten, ich solle doch mal vorbeikommen und das klären. Ich fuhr sofort los. Bei meinen Eltern angekommen, erkannte ich einen der 2 Zwiegestalten gleich wieder. Sascha K. Ich kannte ihn von meiner damaligen Schule. Leider war ihr Gitarrist ausgestiegen. Deshalb die Nacht und Nebelaktion. Der zweite hieß Lotte. Ach ja, den Kerl mag ich heute noch sehr. Die Band hatte eine Woche später einen wichtigen Auftritt in Dresden. Und da wollten sie unbedingt in gewohnter 4 Mann Besetzung spielen. Wir waren natürlich Männchen.. Ich sagte: „Klar, klingt gut. So ein Auftritt kann einen schon motivieren.“ Die erste Probe hatten wir dann gleich am Montag. Die Band probte in so einer Jugendeinrichtung. Man war das da Bunt. Nun durfte ich die Songs und die Band komplett kennenlernen. Es fehlte ja nur einer. Sein Name war Fabian K. Ich nannte ihn ab und zu Kerbe. Hatte ihm nicht gefallen. Und er war echt schnell an den Drums. Verdammt schnell! Insgesamt prügelte ich mir glaube 10 Songs in dieser Woche rein. Es machte auch Spaß irgendwie. Obwohl ich noch dem hatigen Projekt etwas hinterher heulte. Das war halt das, was ich eigentlich machen wollte. Harte Hate Musik und jetzt machte ich weichen Punkrock. War aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Dazu aber später mehr. Der Auftritt in Dresden war jedenfalls alles andere als cool. Mit breiter Brust ins Auto gestiegen, vor 20 Leuten sein letztes Hemd gegeben. Mit dem Sänger mitten in der Nacht aufgebrochen um früh 06:00Uhr wieder in Erfurt zu sein. Irgendwie war der Kühler von dem Opel Kadett im Eimer und wir mussten alle 30 Minuten eine Pause machen. Das ganze ging ca. 1 halbes Jahr gut. Danach wurde der Sänger von Apple Pie abgeworben und es sollte der nächste Meilenstein in meinem Leben folgen.

PARADiES HiMMEL (2004-2007)

Nachdem der Sänger weg war, war er weg und wir waren allen. Allein allein.. Das war es. Nie wieder nach Dresden. Scheiss Musik! Meine Gitarre, mein Gurt und mein Koffer.. Alles scheiße! Naja nicht ganz. Nach einem kurzen Tief, kommt meistens ein langes Hoch (oder umgedreht). Einige Wochen später.. Fing Lotte an: „Maik, du kannst doch singen“? Ich sagte: „Naja, nicht schön, aber laut.“ Perfekt! So machten wir zu dritt weiter. Wir probten und probten und probten. Wir schrieben einen Song nach dem anderen. Titel wie: „Das Schönste Lied, Einmal, Pinkelrinnen“ sind entstanden.  Auftritte, Drugs & Rock N‘ Roll! Es war die meiste Zeit meines Lebens. Wir kamen rum. Rum tranken wir auch. Wir haben eigentlich alles getrunken. Den einen oder anderen Song findet man noch auf Spotify & Co. Wenn man danach sucht. Leider endete unsere Zusammenarbeit im Atomino Studio (damals noch in Erfurt). Eine EP mit 5 Songs sollte unser Abschiedsgechenk sein. Danke an Lotte und Fabian, für eine wirklich schöne Zeit.

HAEMOPHOBIA (2008-2009)

Das muss erwähnt werden. Leider habe ich auf die schnelle kein Bild gefunden wo ich mit drauf bin. Ist vielleicht aber auch besser so. Es war chaotisch und einer auf dem Bild war schon nicht mehr da, als ich auf der Mattscheibe erschienen bin. Hab natürlich nur gutes über ihn gehört. Ich habe die Band im Internet auf MySpace gefunden. Sie hatten ein Haufen Aufrufe, harte Songs und einen Proberaum in der Antarktis. Es war zumindest im Winter so arsch kalt, dass es ein so vorkam. Jedenfalls war ich auf der suche nach was neuem. Und da fand ich sie über das World Wide Web. Das wird mein Sprungbrett. Mein Ticket aus diesem Höllenloch. Leider hatten sie seit längerer Zeit einen Sänger gesucht und dies sollte auch für immer so bleiben. Die erste Probe war phänomenal. Nachdem ich meinen Fender Transamp aufgebaut und meine Gibson Kopie von Johnson rausgeholt hatte, nahm der Gitarrist aus seinem überdimensionalen Gitarrenkoffer eine Fichte raus, die so mega hässlich war, dass ich ihren Anblick bis heute nicht vergessen kann. Eine IBANEZ RG2228. 8 Saiten, mega lange Mensur, 8 Saiten und eine mega lange Mensur. Ich war mit meinem Equipment da nicht so der Renner. Für eine Gitarre mit 8 Saiten hatte es noch nicht gereicht, aber für eine mit 7 Saiten. Bis heute wurde ein Album und ein paar Demos veröffentlicht. Auch wenn die gemeinsame Zeit mit der Band nicht so lang war,  half sie mir extrem bei meiner Kreativität. Im September 2009 bin ich nach Leipzig gezogen. Wir blieben weiter in Kontakt und es entstand die Band Rough Sugar.

ROUGH SUGAR (2010-2014)

Einmal rauer Zucker bitte! Und das für mein Bier! Der erste Contest im Unikum und gleich der 1st Platz. Feuer frei! Naja, ganz so schnell ging es natürlich nicht. Nach meinem Aufenthalt in Leipzig zog es mich wieder in die Heimat zurück. Ich traf mich mit Basti (der heutige Schlagzeuger von AMBER) um ein paar neue Songs zu schreiben. Vom Stil her machten wir uns erstmal keine Platte. Es musste uns gefallen und gut. Aber man konnte relativ schnell sagen, dass es in die Hard Rock Richtung gehen sollte. So richtig schöner progressiver Hard Rock. Jabba Baby!!! Vielleicht hätten wir uns ab hier schon Gedanken über ein rosa Tütü und Mainstream Musik Gedanken machen müssen. Ach nee.. Passt! Nehm ich mit. Die erste EP namens “TIME TO ROCK“ wurde released. Die Platte haben wir im Keller meiner Eltern zusammengeschustert. Betrachtet man die Situation und das Recording-Studio, ist es echt ne saubere Platte geworden. Danach nahmen wir am UNIKUM Bandcontest teil. In der ersten Runde Platz 1. In der zweiten Runde Platz 2. Gott sei dank gab es keine dritte Runde. Der Sieger durfte auf dem Campus der Uni Erfurt ein paar Lieder zum besten geben. Danach beschlossen wir, beim Thüringen Grammy mitzumachen. Unsere Songs wurden auf Top 40 gespielt und wir erreichten einen sauberen 2. Platz. Nach einigem hin und her lösten wir die Band ROUGH SUGAR auf. Tür zu, eine neue Tür öffnete sich.

AMBER (2015-HEUTE)