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Aus eins wird drei – Teil 2!

Und wenn es einen ersten Teil gibt, sollte es auch immer einen zweiten Teil geben. Mit dem größten Vergnügen stelle ich euch Patrick Franke vor. Er wird bei uns am Bass aktiv sein. Mehr Infos über Patrick kommen jetzt.

Patrick: Ich komme aus Leipzig-Grünau einen riesigen Plattbaugebiet. Die 90er Jahre waren dort nicht unbedingt gemütlich. Das Interesse für Musik entwickelte sich in meiner Jugend. Mich faszinierte schon damals, dass Musik so viele Gefühle in nur 3:00 min bis zum Zerbersten komprimieren konnte. Mit dem Bassspielen fing ich mit 16 Jahren an. Zwei Kumpels aus meiner Klasse (Schule) wollten eine Band gründen und fragten mich. Ich sagte „Ja, Klar!“. Ich hatte dann sage und schreibe drei Stunden Unterricht bei Arnie von „Boiled Kilt“.

Unsere erste Band „Incarnation“ nahm Fahrt auf. Unsere erster Proberaum in einem ehemaligen Kindergarten im Plattenbaugebiet wurde von komischen Leuten bei einer Probe gestürmt. Der nächste Raum war eine Kantinenküche in einem alten Betrieb. Schlechtere Akustik, dafür sicherer! Instrumente und Equipment waren für uns damals sehr teuer. Vieles wurde deshalb aufwändig organisiert. Wir verfügten über viel Zeit und eine räumliche Nähe zueinander. Heute weiss ich, wie wertvoll das war. Unsere Musik spielte irgendwo zwischen Metal und Hardcore. Ich lernte recht schnell, den Bass zu bedienen – nicht aber, ihn zu verstehen. Schade, dass meine Klassenkumpels irgendwann keine Geduld und keinen Fokus mehr für eigenes Material hatten und dann die leichte Unterhaltung des Spaßpunks bevorzugten. Mit dem Fußball-Musik-Projekt „Warp Noin“ gab es für sie schnell viele alkoholisierte Anhänger und große Konzerte. Mein Ding wäre das nicht gewesen.

Ich fing bei „Final Force“ als Bassist an, ebenfalls Jungs und Mädels aus meinem Umfeld. Diese Band startete in die Hardcore-Szene in Leipzig-Grünau und Leipzig-Plagwitz. Mit dieser Connection hatte ich eine Jahrelange Freundschaft. Wir engagierten uns in alternativen Projekten. Es entstand ein Netzwerk vieler befreundeter Bands. Es ging nicht nur um die Musik, sondern auch um die Haltung zu bestimmten Themen. Wir spielten viele Konzerte in der Region Leizig und einige in Ostdeutschland. Vieles passierte im damals tatsächlich vorhandenen „Underground“. Hallen, Material oder Strom konnten organisiert werden. Wenn man es zu sehr übertrieb und an die „Oberfläche“ trat, z.B. mit ungemeldeten Straßengigs, dann kam schonmal ein Einsatzkommando der Bereitschaftspolizei vorbei. Nicht unbedingt zum zuhören. Danke an diese Stadt und an euch Leute, die dieses kurze Zeitfenster echter Freiheit und echter Offenheit zu Realität gemacht haben!

Mein Studium ging zu Ende. Das Leben wurde ernster für alle von uns. Jeder hatte zu tun, in einer Zeit ohne Jobs Fuß zu fassen. Unsere Ambitionen zerstreuten sich. Unsere Lebenswege gingen auseinander. Der Bass verschwand für viele Jahre aus meinem Blickfeld. Mein einfaches Equipment erfreute nun andere. Doch schließlich weckte ein Coverbandprojekt auf meiner Arbeitsstelle meine Aufmerksamkeit. Von da an ging es immer mehr darum, den Bass als Instrument besser zu verstehen. Ich lerne immer noch jeden Tag dazu und es hört nicht auf. Nach einem Ausflug in ein Jazztrio spiele ich heute bei „Robin and the Hoods“ – Ja und hier – bei „Monoside“. Dass sich im Grundrauschen dieser Welt drei Leute gefunden haben, die musikalisch dasselbe suchen, wie ich – auch das ist Glück. Diesmal war ich so helle, und habe es sofort gemerkt.

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